Feuertaufe II. Regiment

Die Geschichte der Kaiserschützen


Es wird wohl kaum einen Kaiserschützen des Ersten Weltkrieges gegeben haben, der sich nicht gerne an die innige Kameradschaft, des engsten Verbunden seins auf Gedeih und Verderb, des sich gegenseitigen Verstehens, der vielen schweren und auch heiteren gemeinsam durchlebten Stunden an der Kampffront 1914 – 1918 erinnert hat. Es war die Kameradschaft, welche in der alten kaiserlichen Arme seit RADETZKY’s  Zeiten bis über den Ersten Weltkrieg hinaus lebendig fortlebte und ein festes Band um alle schlang, gleichgültig, welcher Weltanschauung, welcher politischen Richtung sie angehörten. Sie kannten nur ihr Vaterland ÖSTERREICH ! Dem dienten sie, dem gaben sie Ihre Jugend, ihr Leben, dem brachten sie ihre Begeisterung, ihre Pflichttreue, ihr Alles entgegen. Unzählige nahmen schwere und leichte Verwundungen mit bewundernswerter Ergebenheit auf sich und kehrten – kaum genesen – wieder zu ihren Truppenkörpern, zu ihren angestammten Kompanien zurück, wo sie wieder ihre alten Kameraden fanden! Es kann daher nicht wundernehmen, wenn dieser Geist der edlen Kameradschaft auch heute in dieser schnelllebigen Zeit noch fortlebt. So waren unsere Kaiserschützenregimenter, deren Angehörige bis zu ihrem Tode stolz waren, in den Reihen dieser Regimenter gedient zu haben, die es mit Stolz erfüllte, dass Seine Majestät Kaiser Karl  I. im Jahre 1917 ihnen den Ehrentitel

KAISERSCHÜTZEN verlieh und ihr Regimentsinhaber wurde. Sie waren stolz, vorher als Landesschützen am Kriegsschauplatz in Russland, Galizien, Polen und der Bukowina Großes für ihr Österreich geleistet zu haben und waren umso glücklicher und stolzer, nunmehr „Kaiserschützen“ zu sein und auch in ihrer Heimat Tirol die Grenzen vor feindlichen Angriffen schützen zu können. Mit Freuden erinnerten sich alle diese Kaiserschützen jenes Tages, an welchem dieser Truppenkörper-Landesschützen am 1. Jänner 1871 aufgestellt wurden.
Die Bezeichnung „Landesschütze“ ist schon seit alters her mit der Landesverteidigung Tirol’s eng und ruhmvoll verbunden. Es würde zu weit führen, die gesamten kriegerischen Ereignisse auch nur annähernd zu schildern, es sei nur betont, dass schon in den Kriegsjahren 1702/03 im Zeitalter der napoleonischen Kriege Landesschützen an der Seite der Kaiserlichen Truppen kämpften und dann später in den Kriegsjahren 1848, 1849, 1859 und 1866 an den Gefechten am Stilfserjoch, am Tonalepaß, in den Judikarien uns so manch anderen Grenzpässen teilnahmen. Vaterlandsliebe, Pflichttreue und hochentwickeltes Rechts-empfinden ließ diese Landesschützenkompanien nie wankelmütig werden. Ein beredtes Zeugnis hierfür geben die vielen Aufzeichungen, welche nach den Feldzügen Offizieren und Mannschaften zuerkannt wurden. Den Gipfelpunkt dieser vielen Ehrungen bildete die im September 1863 anlässlich der Erinnerungsfeier an die 500-jährige Vereinigung Tirol’s mit Österreich erfolgte Überreichung eines prachtvollen silbernen Ehrenschildes seitens der k.k.Armee an die Landesschützen.
Der Schild trägt die Aufschrift: „Den Landesschützen Tirol’s – die k. k. Armee – 29. September 1863“.
Diese damaligen Landesschützen (vor 1871) waren keine reguläre, aktive Truppe, sie war „bürgerlich“ organisiert, das heißt, ihre Stammrollen erlagen bei den Gemeinden, wo auch Bekleidung und Ausrüstung deponiert waren.
Offiziere und Mannschaften wurden – wenn Gefahr für das Land drohte – zur Waffe gerufen und bildeten in der Regel Täler – oder ortsweise Kompanien – welche dann in die gefährdeten Grenzgebiete beordert wurden.
Über ihre Organisation geben uns die verschiedenen Landesverteidigungsgesetze aus den früheren Jahr-hunderten reichlich Aufschluss, das letzte stammt aus dem Jahre 1864 und gibt uns das folgende Bild:
Zur Verteidigung des Landes wurden 3 Aufgebote festgesetzt und zwar: Aufgebot:             die organisierte Landesschützenkompanien Aufgebot:             die freiwilligen Scharfschützenkompanien Aufgebot:             der Landsturm Das Tiroler Kaiserjägerregiment – aufgestellt 1816 – blieb im Rahmen des k. k. Heeres. Das 1. Aufgebot: In dieses (es waren die Landesschützen) wurden alle jene eingeteilt, welche ihre Dienstpflicht im K. k. Heer  erfüllt hatten, ferner „Freiwillige“, wenn sie die körperliche Eignung für den Waffendienst im Felde besaßen, so zum Beispiel Freiwillige aus den bestehenden Schützenkompanien der Schießstände.
Gemäß dieser Organisation nahmen auch die Landesschützen an der Verteidigung Tirol’s im Jahre 1866 teil.
Nach dem Krieg von 1866 wurde die Österreichische Verfassung geändert (1867 kam es zum sogenannten „Ausgleich“ an die Stelle des „Kaisertum Österreichs“ trat die Doppelmonarchie „Österreich – Ungarn“. Die beiden Reichshälften – das Königreich Ungarn mit Kroatien, Slowenien und Siebenbürgen einerseits, die „im Reichsrat vertretenen Königreich und Länder“ andererseits) und damit auch die Organisation der Wehrmacht; in diesem Sinne folgte im Jahre 1867 ein neues Wehrgesetz Die Allgemeine Wehrpflicht trat an Stelle der Konskription – das Volksheer war geschaffen. Die bisherige k.k. Armee wurde in das k.k. – später k.u.k.-Heer und in die k.k. – später k.u.k.- Kriegsmarine umgewandelt und in jeder der beiden Reichshälften (Österreich und Ungarn) wurde außerdem noch eine k.k. Landwehr und eine k.ung. Landwehr (Honved) als reguläre Truppe aufgestellt. In den Rahmen der k.k. Landwehr wurde in Tirol und Vorarlberg nach einem eigenen Landesverteidungsgesetz – die „Landesschützen“ nunmehr als reguläre Truppe eingebaut – somit die bürgerliche Organisation aufgelassen.
Das neue Gesetz erhielt am 19. Dezember 1870 seien Sanktion durch Kaiser Franz Josef. Mittlerweile waren natürlich schon die notwendigsten Vorbereitungen getroffen worden, um dieses neue Gesetz bereits am 1. Jänner ins Leben treten lassen zu können.
Dieser 1. Jänner 1871 ist also der Geburtstag der nunmehr militärisch organisierten Landesschützen, welche bis 1918 bestanden und bis 1938 im Österreichischen Bundesheer ihren Traditionstruppenkörper als Nachfolger hatten.
Gegen Ende 1870 waren schon Monturen und Rüstungen aus den Gemeindemagazinen sowie die Standeslisten der bisher bürgerlich organisierten Landesschützen von Seiten der Gemeinden an die neu ernannten militärischen Evidenzorgane der nunmehr militärisch organisierten Landesschützen abgeliefert worden.
Es wurden 10 Landesschützenbataillonskader für Fußtruppen und 1 Kader für 2 Kompanien zu Pferd (berittene Landesschützen) errichtet und zwar:
Für die Fußtruppen in Schwaz, Innsbruck, Imst, Bozen, Meran, Bruneck, Mezzolombardo, Trient, Riva und Bregenz – mit der Bezeichnung:

  “ TIROLER LANDESSCHÜTZENBATAILLON  Nr. 1 bis 10“. Der Kader für die berittenen Landesschützen wurde in Innsbruck aufgestellt und erhielt die Bezeichnung:  „KADER DER LANDESSCHÜTZEN ZU PFERD IN TIROL UND VORARLBERG“. Es waren Uranfänge – vorerst bestand bei den Fußtruppen nur der Bataillonsstab und Verwaltungs- sowie Evidenz-organe.
Kriegserprobte und geeignete Offiziere aus dem Berufs- und Ruhestand des k.k. Heeres (hauptsächlich von den Kaiserjägern) und auch solche aus den Reihen der vorher bürgerlich organisierten Landesschützen wurden in die neugeschaffene Truppe eingereiht.
Die erste Aushebung von Rekruten erfolgte im Frühjahr 1871. Bei dieser Gelegenheit sei ein Zitat des zweiten Landesverteidigungskommandanten Feldmarschallleutnant Graf THUN-HOHENSTEIN erwähnt:
„Die gegenwärtig organisationsgemäß bestehenden Landesschützen sind gleichsam als die Erben und Nachfolger der früher jeweils gebildeten Landesschützenkompanien aufzufassen.“
Die folgenden Jahre nach 1871 waren dem konstanten und fortschreitenden Ausbau der Landesschützen-formation gewidmet – man stellte bei den Bataillonskadern vorerst 2 aktive Kompaniekader und dann alle 4 Kompaniekader – anfangs nur mit kleinen Ständen auf, die sich im Laufe der Jahre stets erhöhten.
Jährlich wurden 2 Rekruten-Ausbildungsperioden und 2 bis 3 Waffenübungsperioden abgehalten, welche sowohl an die aktiven, wie nichtaktiven (zu Waffenübungen eingerückten) Offiziere und Mannschaften ganz besonders hohe Anforderungen stellten. Mit immensem Fleiß bemühten sich alle, eine disziplinierte und gut ausgebildete Truppe zu schaffen – es war ein Schaffensdrang bei allen Offizieren sowie Mannschaften verankert, den heute nur jene so richtig einschätzen können, die wie wir B-Gendarmen beim Aufbau des Bundesheeres der 2. Republik, eine solch schwere Anfangsarbeit selbst mitgemacht haben. Nach und nach wurden die aktiven Kader zu aktiven Kompanien mit höheren Ständen ausgestattet, bis schließlich 1893 die Zusammenfassung der 9 in Tirol stationierten Landesschützenbataillone in 3 Tiroler Landesschützenregimenter erfolgen konnte (Stabsstationen in Innsbruck, Bozen und Trient).
Nach verschiedenen organisatorischen Änderungen – darunter auch die Auflassung des Regimentsstabes des Landesschützenregiments III (Trient) und Aufteilung der Bataillone dieses Regimentes auf die beiden anderen Regimenter (I und II) trat im Jahre 1906 der große Wendepunkt in der Organisation und Aufgabe der Landesschützen ein. Für das I. und II. Regiment traten die Bestimmungen für den Grenzschutzdienst an der österreichisch-italienischen Grenze im Trentino und Südtirol in Kraft. Zu dieser Zeit wurden die Landesschützen zur Gebirgstruppe umgewandelt und vollends in Trentino und nach Südtirol verlegt. Im Jahre 1909 erfolgte die Wiederaufstellung des III. Regiments die Stabsstationen waren: Trient, Bozen und Innichen.
Die Uniformierung und Ausrüstung glich den Truppen des k.k. Heeres. Es trat lediglich die Verfügung des ersten Landesverteidigungskommandanten Feldmarschallleutnant Freiherr von Philippovic im Jahre 1871 hinzu, dass die Feldmütze der Landesschützen nach altem Brauche mit einem Federschmuck zu versehen sei.
Derselbe war damals noch nicht einheitlich, sondern bei den Bataillonen verschieden – entweder ein Spielhahnstoß oder aber eine Geierfeder, letztere wurde ab 1884 einheitlich einführt, aber 1887 über-haupt jeder Federschmuck abgeschafft, bis erst 1906 der Spielhahnstoß endgültig eingeführt wurde.
Im Sommer wurden die Bataillonsstäbe und die einzelnen Kompanien an die Grenze in sogenannte Kompanie-stationen verlegt, um sich dort mit dem Grenzgelände vertraut zu machen (Ortler, Tonale -  Presanella – Adamello – Judikarien – Vallarsa –Sette Communi – Dolomiten). Im Winter wurden sie wieder in die Winterstationen (Stadt oder großer Ort im Trentino oder Südtirol) zurückverlegt und waren wieder bataillonsweise vereinigt. Ihren neuen Dienstbestimmungen entsprechend wurde auch die Adjustierung und Ausrüstung der Landesschützen geändert, sie bestand aus. Bergschuhen (genagelt), Wadenstutzen, Kniehosen und Joppe, ferner Feldmütze und Kragen (Pelerine) – alles hechtgrau.
Der Spielhahnstoß auf der Feldmütze – das alte Symbol der Tiroler Schützen – wurde wieder eingeführt und als besonderes Abzeichen war an den Parolis aus grünem Egalisierungstuch ein Edelweiß-Abzeichen zu tragen.
Die Bataillonsstäbe erhielten Tragtiere, aber auch alpine Ausrüstung zugewiesen. Jedes Bataillon erhielt eine Gebirgsmaschinengewehrabteilung mit 4 Maschinengewehren. Die Infanteriekompanien hatten einen Stand von 110 Mann (Friedensstärke). Um diesen Stand halten zu können, musste auch auf die Ergänzungsbezirke Salzburg und Oberösterreich zurückgegriffen werden (diese beiden Länder gehörten wie Tirol und Vorarlberg zum Ergänzungsbereich 14, zeitweise aber auch auf den Wiener Korpsbereich.
In rastloser Arbeit versahen die Landesschützen mit Begeisterung ihren ehrenvollen Dienst an ihren Grenzabschnitten im schwierigen Hochgebirge durch volle 8 Jahre, als im August 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach.
Sie mussten aus ihren geliebten Bergen nach dem Nordosten der Monarchie abgehen, um in Galizien das große Vaterland Österreich-Ungarn vor den anstürmenden Russen zu schützen. Nur Landesschützen-Besatzungen der Tiroler Grenzbefestigungen blieben zurück
Dor oben in Galizien, in den Karpaten, in Polen und der Bukowina ließen die Landesschützen in zahlreichen Schlachten und Gefechten viele ihrer Besten auf der Walstatt. Ungezählte kehrten nicht mehr in ihre Heimat zurück!
Premyslany, Dunajov, Lelechchovka, Magiera, Limanowa, Pilica, Zaleszczyki, Cernowitz, die Karpaten und viele andere Örtlichkeiten waren zeugen der Heldentaten und getreuester Pflichterfüllung der „Blumen-teufel“, wie der Feind unsere Regimenter wegen ihrer Edelweiß-Abzeichen am Blusenkragen nannte.
Als im Mai 1915 das Königreich Italien unserem Kaiser den Krieg erklärte, da standen die Landesschützen-regimenter noch auf den Kriegsschauplätzen im Nordosten!
Erst im Juni 1915, nachdem das I. und II. Regiment die 2. Isonzo-Schlacht mitgemacht hatten, kehrten alle 3 Regimenter in die engere Heimat nach Tirol zurück, um von nun an in den Abwehrkampf einzugreifen.
Sie kämpften überall wo es heiß herging: Tonale, im Etschtal, auf der Zugna-Torta, im Vallarsa, am Monte Spil, am Monte Corno, auf Laverone, auf Monte Maletta, auf Ortigera am Col die Lana und am Monte Piano in den Dolomiten. Sie kämpften im ewigen Schnee und Eis des Ortler, des Adamello und er Marmolata und machten die Durchbruchsschlacht bei Flitsch (1917) und den Siegeszug durch Oberitalien bis Grappa mit, überall legten sie Zeugnis für ihre Tapferkeit und Opferbereitschaft, für den Bestand der Heimat und des Vaterlandes Österreich ab. Die berittenen Tiroler Landesschützen waren während des Krieges als Divisionskavallerie und später als Fußtruppe im Südtiroler Hochgebirge in vorderster Linie eingesetzt und zeichneten sich allerorts durch ihren Opfermut aus.
 All dies bewog Seine Majestät Kaiser Karl I. den Landesschützen den Ehrentitel „ K A I S E R S C H Ü T Z E N “ zu verleihen und die Inhaberschaft aller 3 Regimenter zu übernehmen. Sie hatten sich, wie Seine Majestät ausführte, „unvergängliche Lorbeeren erworben und erkämpft“ Die 3 nunmehr Kaiserschützenregimenter hatten ihre Wahlsprüche: Regiment  I       „Sieg oder Tod im Alpenrot“ Regiment  II      „Auf Felsenhöhen wo der Adler kreist, Sieg oder Tod unsere Losung heißt“

Regiment III  „Allezeit wachsam und kampfeslustig“ Reitende Tiroler Kaiserschützen     „Jeder für Alle“ Und sie haben ihnen Ehre gemacht. Kein Truppenkörper der alten Armee errang so viele Auszeichnungen wie eben die Kaiserschützen, in Würdigung der Verdienste und des Opfermutes wurden 5 Offiziere mit dem höchsten Orden, welchen der Kaiser verleihen konnte, dem Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens, 144 Offiziere und Mannschaften mit der Goldenen Tapferkeits-medaille und 2.811 mit der Großen-Silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Der Zusammenbruch Österreich-Ungarns im November 1918 brachte die unverschuldete Gefangenschaft der 3 Regi-menter im Trentino und Südtirol und ihre Auflösung. Der Ruf dieser 3 tapferen Regimenter lebte weiter und ihre Tradition pflegte bis zum Jahre 1938 das Tiroler Landes-schützenregiment Hall in Tirol (Regiment Dollfuß) und ab 1939 das Gebirgsjägerregiment Nr. 136 der Deutschen Wehrmacht, welches die Regimentsfahnen bis zum Jahre 1945 führte. Nie mehr werden diese prachtvollen Regimenter wiedererstehen – es bleibt nur die Erinnerung an sie und an ihren Leitsatz:
                „ M i t   G o t t ,   f ü r   K a i s e r   u n d   V a t e r l a n d “ Und ihre vorbildliche Pflichttreue, ihre aufopferungsvollsten Heldentaten und die edle Kameradschaft, wie man sie später nie mehr kannte. (Diese Worte stammen aus der Feder des General Miksch-Hermanny). Als sich im Hochschloss Ambras, oberhalb von Innsbruck noch das Kaiserschützenmuseum befand waren nicht weniger als 511 Ölgemälde und Aquarelle, 103 große Fotos, viele Reliefs und sonstige Erinnerungsstücke ausgestellt. Diese Gemälde und Fotos weisen den großen Vorzug auf, dass sie alle an der Front selbst angefertigt wurden und jedes dieser Erinnerungsstücke bzw. Gemälde und Fotos an ein bestimmtes Frontereignis anknüpft und daher wahrheitsgetreu ist. Das Kaiserschützenmuseum besitzt auch die Gemälde aller Regimentskommandanten und der 5 Militär-Maria-Theresien-Ritter                             Oberstleutnant Robert Freiherr von PROHASKA                             Major Konstantin VALENTINI                             Oberstleutnant Alfred ENRICH                                                                        Leutnant Peter von SCHEIDER                             Leutnant Wilhelm LICKA Sowie Großfotos der mit der „Goldenen Tapferkeitsmedaille“ ausgezeichneten Offiziere und Mannschaften aller Regimenter und ihrer berittenen Gefährten. Beenden möchte ich meine Betrachtungen über die Geschichte der Kaiserschützen mit einem Auszug aus dem Traditionserlass des Österreichischen Bundesheeres vom 17. Juli 1987, VBl. Nr. 168/1987. Der eigentliche Ursprung der österreichisch-ungarischen Streitkräfte, die im Ersten Weltkrieg im ungleichen Ringen mit 17 Staaten ein unverdientes, doch ehrenvolles Ende fanden, liegt im Dreißigjährigen Kriege. Erst von hier führt die geschlossene Linie bis zum österreichisch-ungarischen Heer, zur „Alten Armee“, die vor allem das Vorbild für das Bundesheer ist, weil sie die Soldatentugenden unter schwierigsten Voraussetzungen zu beispielgebender Tat werden ließ. Sie stand erhaben über Nationen, Parteien und inneren Gegensätzen nur zum Vaterland, sie opferte sich für alle Teile der bedrohten Heimat unter-schiedslos auf; sie lebte nur dem eisernen Pflichtgefühl und der Treue, die sich noch bewährte, als der letzten Schlachten des Ersten Weltkrieges in ihrem Rücken das gemeinsame Vaterland nicht mehr bestand; sie war Hort der Ordnung, der rastlosen Arbeit und erfüllt von Selbstlosigkeit und Tapferkeit, die in der Geschichte der Völker kaum ihresgleichen finden; sie war die Heimstätte einer der edelsten Tugenden, der Kameradschaft, die in ihrer Heimstätte einer der edelsten Tugenden, der Kameradschaften, die in ihrer österreichischen Prägung trotz aller Erschütterungen des Zusammenbruches unverändert über den Ersten Weltkrieg hinaus die alten Krieger aller Dienstgrade eng miteinander verband. Diese „Alte Armee“ war das Werk des Österreichers; er führte sie in allen Teilen im großen Ringen, er war es, der sie zusammenhielt und ihre Ehre rettete, wo andere versagten. Wer hat also nach alldem noch ein Anrecht darauf, die Überlieferungen der „Alten Armee“ mit berechtigtem Stolze zu pflegen, wenn nicht wir Österreicher? Aus diesen Gründen wurde im Jahre 1924 die Pflege der Überlieferung der „Alten Armee“ im Bundesheer der Ersten Republik und am 26. Oktober 1966, dem Tag, an dem erstmals der neue Österreichische Nationalfeiertag festlich begangen wurde, im Bundesheer der Zweiten Republik angeordnet und damit die wichtigste Grundlage dafür geschaffen, dass das Bundesheer seine Pflichten in ernster Zeit genauso erfüllen könne, wie es seine Vorfahren getan haben.  Dadurch werden auch im Volke die Vaterlandsliebe gestärkt und die im alten Österreich ruhenden Kräfte dem neuen erschlossen. Diese von tiefer Liebe zu unserer österreichischen Heimat und unserem Volk getragenen Gedanken und deren Nutzanwendungen haben in der Zweiten Republik und besonders für das „zum Schutz der Grenzen, der immerwährenden Neutralität, der Freiheit und Unabhängigkeit Österreichs“ berufene Bundesheer neuerlich höchste Bedeutung erlangt. Dies wäre in kurzer Form die Geschichte der 3 ruhmreichen Regimenter und ihrer berittenen Gefährten.                                                 LEHNER Heinrich, Vzlt.i.Ruhe                         EHREN-RITTMEISTER i.Tr. der Reitenden Tiroler Kaiserschützen Quellennachweis: General MIKSCH-HERMANNY Erinnerungen,  Mitteilungsblätter der Kaiserschützen 1922-1937